Blinde Tiere auf dem Gnadenhof

Aktualisiert: 16. Dez 2019

Heute möchte ich euch etwas über blinde Tiere erzählen. Wie ihr ja schon wisst, gibt es hier auf dem Gnadenhof einige blinde Tiere. Was gilt es da zu beachten. Es gibt ein paar allgemeine Regeln, aber auch spezifisch was das einzelne Tier betrifft. Ganz allgemein ist es wichtig, dass Futter- und Wasserbehälter immer am selben Ort stehen. Dasselbe gilt für Bademöglichkeiten, sei dies ein Wasser- oder ein Sandbad. Blinde Tiere müssen engmaschig beobachtet werden. Es gilt heraus zu finden wo es „Stolperfallen“ gibt. So z.B. Kübel, Schubkarren oder Arbeitsgeräte. Es darf nichts im Wege stehen.

Die Wege sollten auch so gestaltet sein, dass ein Tier nicht über eine Mauer oder ein Bord fallen kann. Die Umgebung muss bestens überprüft werden. Kann sich ein Tier irgendwo anschlagen wo es spitzig, scharf oder sonst wie gefährlich ist, und sich noch zusätzlich verletzen. Gefahrenquellen ausschalten.

Blinde Tiere müssen immer rechtzeitig und laut genug angesprochen werden, wenn man sich ihnen nähert. Niemals ein blindes Tier aus dem Nichts heraus anfassen. Es kann erschrecken. Wenn es sich bedroht fühlt kann es zubeissen, ausschlagen, stossen etc.


Linda, unsere Dexter Kuh ist komplett Blind.

Wichtig ist auch die Geschichte der Blindheit. Ist das Tier schon blind geboren? Wurde es erst im Laufe seines Lebens blind? Hat es eine Krankheit, welche zur Blindheit führte? Ist die Blindheit ansteckend (Gamsblindheit). Wurde das Tier durch einen Unfall blind? Evt. durch Schläge oder anderweitiger Quälerei? Wie reagiert das Tier auf mich, auf die Umgebung, auf andere Tiere? Ist es ängstlich, nervös, aggressiv? Kann man die Vorgeschichte von irgendjemandem erfahren? Was muss ich beachten, damit für mich keine Gefahr besteht? Wurde das Tier bereits schon von einem Tierarzt untersucht? Braucht es Medikamente? Lässt es sich gut behandeln, oder braucht man Hilfe dazu? Was für ein Tier ist blind?


Aris' Sinne sind geschärft. Aris hat durch eine Infektion beide Augen verloren.

Zusammengefasst ist zu sagen: hat ein Tier eine ansteckende Augenerkrankung gehört es in die Hände von Profis, also ab in ein Tierspital und in Quarantäne. Ist das Tier einfach altershalber blind geworden, kann es immer noch sehr gut in der gewohnten Umgebung gehalten werden. Es weiss alle Wege und Plätze auswendig. Kommt ein Tier in eine neue Umgebung muss es mit viel Geduld an die neue Umgebung gewöhnt werden. Dies braucht Zeit und die muss man dem Tier unbedingt gewähren. Also Ruhe bewahren und das Tier langsam an sein neues Umfeld gewöhnen lassen. In der Regel geht alles gut. Tiere lernen sehr schnell und die anderen Sinne wie z.Bsp. Hörsinn oder Tastsinn übernehmen einen wesentlichen Teil der Wahrnehmung.

Hier auf dem Gnadenhof Luna leben die verschiedensten blinden Tiere: Ein Pferd, ein Pony, ein Schaf, eine Kuh, eine Gans, Hühner, Vögel, Katzen, Hunde und einmal hatten wir ein blindes Meerschweinchen.

Genug für heute. Ein anderes Mal mehr über die Besonderheiten und das Leben auf dem Gnadenhof Luna.

Sita, die Diepholzer Gans ist komplett blind.

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